zu einer experimentellen naturwissenschaftlichen Disziplin erhebt. Um mir ein eigenes Urteil zu bilden, habe ich aber nicht nur in Gemeinschaft mit meinen Schülern einzelne Gebiete der Pharmakognosie, wie das der Harze, der Abführmittel, der Samendrogen usw., chemisch und botanisch durchgearbeitet, sondern auch die wichtigsten Einfuhrhäfen Europas und ihre Dockhallen besucht und bin ein Jahr nach Indien gegangen, um die +Indischen Heil- und Nutzpflanzen+ an Ort und Stelle zu studieren. Ich habe sie in einem besonderen Werke geschildert. In langjährigen Laboratoriumsarbeiten sind dann die dort und bei Reisen durch die Länder Europas gesammelten Materialien bearbeitet worden. Der»+Anatomische Atlas+«, den ich mit Professor ~Oesterle~ herausgegeben habe und bei dem die entwicklungsgeschichtliche Methode auf pharmakognostisches Gebiet verpflanzt wurde, war eine der Früchte dieser Studien. Er beschränkt sich auf Pharmako-Morphologie und Pharmako-Anatomie. Das +Handbuch+ geht weiter und zieht auch alle anderen Hilfswissenschaften mit herbei. So werden hier zum ersten Male eingehend die +Arzneipflanzenkulturen+ und die zahlreichen +Methoden der Erntebereitung+ (Fermentieren, Rollen usw.), die pharmakogeographischen +Drogenreiche+, die Verhältnisse des +Grossdrogenhandels+ und die +Handelswege+, die Behandlung der Droge im Einfuhrhafen und die +Handelssorten+ und +Packungen+ unter Beifügung von Karten und zahlreichen, z. T. von mir selbst auf meinen Reisen aufgenommenen Abbildungen eingehend und auf +Grund eigener Erfahrungen+ und Erkundigungen bei zuverlässigen Gewährsmännern behandelt. Dann aber ist auch ganz besonders der in den modernen Lehrbüchern der Pharmakognosie stark vernachlässigten +Chemie der Drogen+, die ja in den letzten 15 Jahren die grösste Wandlung erfahren hat, Aufmerksamkeit gewidmet worden. Einen breiten Raum nimmt die +Geschichte der Pharmakognosie+ ein, die im allgemeinen Teile behandelt wird. Hier kam es mir besonders darauf an, den Leser zu den Quellen zu führen und alles Wesentliche aus denselben aufzuführen, so dass dieser Teil eine ganze Bibliothek ersetzen wird. So werden z. B. alle Pflanzen des ~Dioscurides~, des ~Theophrast~, der ~Hildegard~, vollständige Listen der Drogen des ~Cordus~, die Alphita, Circa instans, die Tabula des ~Simon Januensis~, die Liste des ~Serapion~ u. a. m. in extenso mitgeteilt. Zum ersten Male wird auch hier der Versuch gemacht, die +Entwicklung der Pharmakognosie+, gestützt auf Quellenstudien, in ausführlicher Weise zu schildern. Ein Gebiet, das in den Lehrbüchern in der Regel ebenfalls vernachlässigt wird, das +ethnologische+ (Betelkauen, Opiumrauchen, Matetrinken, Pfeilgifte usw.), findet ebenfalls +Berücksichtigung+ und auch die +Linguistik+ und +Etymologie+ ist dort, wo es nötig erschien, mit herangezogen. Sodann sind auch der +Bibliographie+ einige Kapitel gewidmet, +fehlt doch bisher eine Bibliographie der Pharmakognosie+ ganz. -- Und wenn endlich auch dem +Unterrichte in der Pharmakognosie+ die Aufmerksamkeit zugewendet wird, so dürfte dies gerade heute, wo über die Frage: +was ist Pharmakognosie und wie soll man sie treiben+? -- vielfach noch Unklarheit herrscht, vielen willkommen sein und zur Klärung der Anschauungen beitragen. Dass überall den Fragen der +Angewandten Pharmakognosie+ (Verfälschungen, Prüfung auf Reinheit und Gehalt, mikroskopische und chemische Analyse, Aufbewahrung usw.) gebührende Beachtung geschenkt wird, ist selbstverständlich. So entrollt sich in dem Werke, das das Resultat der auf alle Gebiete der Drogenkunde ausgedehnten Lebensarbeit des Verfassers darstellt, ein Gesamtbild der Pharmakognosie im weitesten Sinne. Wir sehen, zu wie zahlreichen Disziplinen +die Drogenkunde, die nunmehr sich zu einer Drogenwissenschaft ausgewachsen hat+, -- gebend und empfangend -- in Beziehung steht und wie wichtig sie nicht nur für den +Apotheker+, sondern auch für den +Arzt+, den +Medizinalbeamten+, den +Chemiker+, den +Drogisten+, kurz alle die, welche mit Arzneidrogen in Berührung kommen, ist, die alle ohne Ausnahme aus ihrem Borne schöpfen werden. Das Buch wird vielen die Augen darüber öffnen, ein wie ungeheuer reiches und +interessantes+ Gebiet die Pharmakognosie ist, wie viele grosse Ausbeute versprechende Bezirke desselben noch unerschlossen sind und wie sehr +gerade diese+, in ihrer Anwendung auf die pharmazeutische Praxis so eminent wichtige +Disziplin+ wissenschaftlicher...
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Amanda Perez
1 year agoText is crisp, making it easy to focus.